Der Frauenfußball gewinnt immer mehr an Bedeutung und Beliebtheit. Die Einschaltquoten sind in den letzten Jahren gestiegen, ebenso die Zuschauerzahlen in den Stadien. Dennoch erwartet die UEFA für das morgen startende EM-Turnier der Frauen einen Millionenverlust.
Die UEFA-Frauenfußballdirektorin Nadine Keßler geht von einem Verlust zwischen 20 und 25 Millionen Euro aus, wie sie jüngst auf einer Pressekonferenz in Nyon sagte. Ursächlich soll dabei in erster Linie das üppige Preisgeld sein. Die UEFA schüttet 41 Millionen Euro an die 16 teilnehmenden Nationalteams aus – so viel wie noch nie. Bei dem Turnier vor drei Jahren (aufgrund der Coronapandemie fand das Turnier mit einem Jahr Verzug statt) waren es nur 16 Millionen Euro, 2017 8 Millionen und 2013 gerade einmal 2,2 Millionen Euro.
Keßler verteidigt gestiegende Prämien
Nicht jedem in der UEFA wird das drohende Defizit gefallen. Nach außen hin verteidigt Keßler jedenfalls die gestiegenen Preisgelder:
Wir steigern uns enorm, weil wir wissen, wie wichtig Preisgelder sind, was sie in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung, aber auch in Bezug auf die Förderung der Entwicklung bewirken.
Wir investieren mehr, auch wenn wir mit der Euro kein Geld verdienen, weil es einfach das Richtige ist.
Als Startgeld erhalten die teilnehmenden Teams die Summe von 1,8 Millionen Euro. Im besten Fall gibt es 5,1 Millionen Euro zu gewinnen, wenn alle Gruppenspiele und am Ende das Turnier gewonnen wird.
Aber nicht nur die teilnehmenden Teams erhalten mehr Geld. Auch die Vereine, deren Spielerinnen zur Europameisterschaft reisen, werden höher vergütet. 9 Millionen Euro hält die UEFA hierfür bereit, doppelt so viel wie 2022.
Kritikern, die fordern, der Frauenfußball müsse an den Männerfußball finanziell angeglichen werden, widerspricht Keßler. Bei den Männern seien die Preisgelder zwischen 2016 und 2024 um lediglich 10 Prozent gestiegen, bei den Frauen von 2017 auf 2022 zuerst um 100 Prozent, von 2022 auf 2025 sogar um 156 Prozent.
Investition in die Zukunft
Auch wenn die UEFA erstmal kein Geld mit der Europameisterschaft der Frauen verdienen kann, so ist es sicherlich eine gute Investition in die Zukunft. Wenn es FIFA und UEFA gelingt, den Frauenfußball kommerziell erfolgreich zu gestalten, so können die beiden Verbände in der Zukunft sicherlich nicht nur sportlich, sondern auch finanziell die Früchte ernten.
