Warum ist Kasachstan in der UEFA?

Diese Frage habe ich in den letzten Tagen immer wieder in Kommentaren unter Beiträgen in den sozialen Medien gelesen. Tatsächlich erscheint es erstmal abwegig, wenn man Meldungen über die extrem langen Reisewege nach Kasachstan liest.

Grund ist der kasachische Verein Kairat Almaty, der sich erstmals für die Champions League qualifizieren konnte. Almaty liegt weit im Osten des Landes. Lediglich rund 300 Kilometer sind es vom Stadion bis an die Grenze zu China. Als Real Madrid diese Woche nach Almaty reisen musste, stellten die Spanier einen neuen Rekord auf: Noch nie hatte ein Team in der Champions League eine weitere Anreise zu einem Auswärtsspiel: 6.412 Kilometer.

Hintergründe zur Mitgliedschaft in der UEFA

Doch warum ist Kasachstan überhaupt Teil von Fußball-Europa? Schließlich liegt das Land doch in Asien. Nun, das stimmt eben nicht ganz, denn immerhin fünf Prozent der Landfläche Kasachstans liegen westlich des Uralflusses und somit geografisch gesehen zu Europa.

Aber auch historische Gründe ermöglichen es dem zentralasiatischen Staat in Europa anzutreten. Kasachstan war früher Teil der Sowjetunion. Nach deren Zerfall wurde 1991 der Kasachische Fußballverband gegründet, der 1994 zuerst tatsächlich Mitglied im asiatischen Fußballverband AFC wurde. Bereits 2002 wechselte Kasachstan in die UEFA, da man in Europa bessere Perspektiven für die sportliche Entwicklung und höhere Wettbewerbsniveaus sah. Der europäische Verband bietet lukrativere Pokalwettbewerbe und die Chance, gegen stärkere Gegner anzutreten, was sich jetzt in der Qualifikation von Almaty für die Champions League unterstreicht.

Alle ehemaligen Staaten der Sowjetunion erhielten die Möglichkeit Mitglied in der UEFA zu werden und wurden offiziell 1992 vom damaligen UEFA-Präsidenten Lennart Johansson eingeladen. Viele der ehemaligen Sowjetstaaten, darunter Russland, Belarus, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, und die baltischen Staaten, sind tatsächlich Mitglied in der UEFA geworden.

Allerdings entschieden sich einige zentralasiatische Staaten, darunter Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan, dem asiatischen Fußballverband AFC beizutreten.

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