Adventskalender (3): Der vierbeinige Star der WM 1962: Der Hund von Viña del Mar

Tag 3 im Blog-Adventskalender hier auf Tippspielcorner. Jeden Tag bis Heilig Abend gibt es einen neuen Blogbeitrag mit einer Anekdote, einem Rekord oder einem Kuriosum aus der Welt des Fußballs. Immer um 0 Uhr erscheint der neue Artikel. Hier könnt ihr alle Adventskalenderbeiträge einsehen.


Einen außergewöhnlichen Auftritt bei einem WM-Spiel hatte 1962 ein Vierbeiner. Bei der Weltmeisterschaft in Chile sorgte dieser für einige Lacher und eine unvergessliche Anekdote: Im Viertelfinalspiel zwischen Brasilien und England tauchte plötzlich ein Hund auf dem Feld auf und wurde so zum unfreiwilligen Star.

Tierischer Besuch auf dem Spielfeld

Schon beim Gruppenspiel der Engländer gegen Bulgarien hatte ein Hund Bobby Charlton beim Eckball gestört, diesmal war es jedoch ein anderer Vierbeiner, der im Stadion von Viña del Mar seinen großen Auftritt hatte. Das Spiel lief noch nicht lange, als sich der Hund mitten auf den Platz wagte und dabei mit seinem wedelnden Schwanz eher gelassen wirkte. Man hätte fast meinen können, dass es nicht sein erster Stadionbesuch gewesen war.

Die Spieler – und das Publikum – beobachteten amüsiert, wie sich der Hund in die englische Hälfte verirrt und plötzlich auf einen langen Pass in seine Richtung anspringt. Doch das Zuspiel war gar nicht für ihn bestimmt, sondern für Zito von Brasilien, sodass der Hund wieder Kehrt machte.

Spieler werden zum Hundefänger

Schiedsrichter Pierre Schwinté reagierte, als der Ball ins Aus ging, und beauftragte Brasiliens Torwart Gilmar, das Tier vom Feld zu holen. Doch der Hund bewies überraschende Wendigkeit: Immer, wenn sich jemand näherte, war er blitzschnell woanders. Auch Brasiliens Superstar Garrincha stellte sich nicht als geborener Hundefänger heraus und so dauerte das ungewöhnliche Intermezzo länger als eine Minute, bevor sich der englische Stürmer Jimmy Greaves ein Herz fasste. Er erinnerte sich später schmunzelnd daran: Er sei selbst Hundefan und ging auf allen Vieren auf das Tier zu – und tatsächlich ließ sich der Hund von ihm packen. Doch kaum hatte Greaves das Tier auf dem Arm, passierte das Missgeschick: Der Hund pinkelte ihm auf sein Trikot. Damals hatten die Teams lediglich einen einzigen Trikotsatz und so musste Greaves das Spiel mit diesem Trikot zu Ende spielen.

Damit nicht genug des Ungemachs für England: Brasilien gewann das Spiel mit 3:1. Brasilien wurde am Ende Weltmeister.

Glückshund wurde verlost

Garrincha, der angesichts der Szene herzlich lachte, soll später darauf bestanden haben, den Hund zu adoptieren. Laut seinem Biographen wurde das Tier tatsächlich nach dem Turnier unter den brasilianischen Spielern verlost. Garrincha hatte das Glückslos und gab dem neuen Schützling den Namen „Bi“ – als Abkürzung für „Bi-Campeões“, Doppelweltmeister.

Diese WM hielt für Garrincha noch eine weitere Schicksalsbegegnung bereit: Er lernte die Sängerin Elza Soares kennen und verliebte sich. Ihre Beziehung sorgte später für Schlagzeilen – vor Gericht in seiner Scheidung gab Garrincha alles auf, nur eines nicht: den schwarzen Hund Bi, den er bis zum Schluss behielt.

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