FIFA Frauen-Weltmeisterschaft wächst – Ein Blick auf die Aufstockung auf 48 Teams

Der Frauenfußball erfreut sich in den letzten Jahren einer wachsenden Popularität. Immer mehr Fans begeistern sich für Spiele, insbesondere wenn große Turniere wie die Europameisterschaft oder die Weltmeisterschaft der Frauen anstehen. In dieser positiven Entwicklung hat die FIFA am gestrigen Freitag eine Veränderung des WM-Modus‘ beschlossen: Die Anzahl der teilnehmenden Teams bei zukünftigen Frauen-Weltmeisterschaften wird aufgestockt. Diese Erweiterung, die ab dem Turnier 2031 greifen soll, kann als Signal für die wachsende Bedeutung und das Potenzial des Frauenfußballs interpretiert werden, verspricht aber auch natürlich zusätzliche Einnahmen für die FIFA als Veranstalter.

Details zur Erweiterung ab 2031

Die Entscheidung der FIFA zur Erweiterung der Frauen-Weltmeisterschaft wurde vom FIFA-Rat offiziell bestätigt. Die Zustimmung zu dieser Maßnahme fiel einstimmig aus, was die Geschlossenheit innerhalb der FIFA in Bezug auf diese strategische Weichenstellung unterstreicht.

Konkret bedeutet dies, dass ab der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2031 insgesamt 48 Nationen am wichtigsten internationalen Turnier im Frauenfußball teilnehmen werden. Die nächste Austragung im Jahr 2027, die in Brasilien stattfinden wird, wird hingegen noch im bisherigen Format mit 32 Teams ausgetragen. Bereits im Vorfeld der Bekanntgabe gab es Spekulationen über eine mögliche Erhöhung der Teilnehmerzahl, die nun offiziell bestätigt wurde.

Auch die potenziellen Gastgeber für die kommenden Turniere stehen bereits im Fokus. Für die Weltmeisterschaft 2031 wird erwartet, dass die Vereinigten Staaten von Amerika als Gastgeber fungieren werden, da sie bislang die einzige Bewerbung für dieses Turnier abgegeben haben. Für das Turnier im Jahr 2035 zeichnet sich eine Austragung im Vereinigten Königreich ab, da es auch für dieses Turnier bislang keine konkurrierende Bewerbung gibt.

Die Angleichung der Teilnehmerzahl an die Männer-Weltmeisterschaft, die ab 2026 ebenfalls mit 48 Teams ausgetragen wird, ist ein deutliches Zeichen für die zunehmende Bedeutung des Frauenfußballs innerhalb der FIFA.

Um die Dimension dieser Erweiterung zu verdeutlichen, kann ein Blick auf die historische Entwicklung der Teilnehmerzahlen der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft hilfreich sein:

JahrGastgeberAnzahl Teams
1991China12
1995Schweden12
1999USA16
2003USA16
2007China16
2011Deutschland16
2015Kanada24
2019Frankreich24
2023Australien & Neuseeland32
2027Brasilien32
2031Voraussichtlich USA48

Diese Tabelle zeigt deutlich, wie sich das Turnier seit seiner ersten Austragung im Jahr 1991 kontinuierlich vergrößert hat. Die aktuelle Entscheidung für eine Aufstockung auf 48 Teams ist der bisher größte Schritt und unterstreicht das Engagement der FIFA für das Wachstum des Frauenfußballs.

Das neue Format im Detail

Mit der Erhöhung der Teilnehmerzahl geht auch eine Anpassung des Turnierformats einher. Zukünftig wird die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in einem 12-Gruppen-Format ausgetragen. In jeder Gruppe werden vier Teams spielen. Diese Änderung führt zu einer deutlichen Erhöhung der Gesamtzahl der Spiele von bisher 64 auf nunmehr 104. Diese Anzahl entspricht dem Format der erweiterten Männer-Weltmeisterschaft, die ab 2026 ebenfalls 104 Spiele umfassen wird.

Die Verlängerung des Turniers um eine Woche ist eine weitere Konsequenz der Aufstockung. Diese zusätzliche Woche wird benötigt, um die gestiegene Anzahl an Spielen im Zeitplan unterzubringen. Es wird erwartet, dass auch die Anforderungen an die Gastgeberländer für die Turniere 2031 und 2035 entsprechend angepasst werden müssen. Mehr Teams und mehr Spiele bedeuten einen erhöhten Bedarf an Stadien, Trainingsanlagen und logistischer Infrastruktur.

Die Umstellung auf 12 Gruppen mit je vier Teams, wobei die besten zwei Teams jeder Gruppe sowie die acht besten Drittplatzierten in die Runde der letzten 32 einziehen, ist ein Format, das bereits bei anderen großen Fußballturnieren angewendet wurde. Diese Struktur soll die Spannung innerhalb der Gruppen erhöhen, da mehr Teams realistische Chancen haben, die K.o.-Phase zu erreichen.

Warum die FIFA die Vergrößerung möchte

Die FIFA begründet die Erweiterung der Frauen-Weltmeisterschaft primär mit den bemerkenswerten Fortschritten, die der Frauenfußball weltweit in den letzten Jahren gemacht hat. Dieser globale Aufschwung soll durch die Erhöhung der Teilnehmerzahl weiter gefördert werden. Durch die Aufnahme von mehr Teams erhalten mehr Nationen und Spielerinnen die Möglichkeit, an einem Elite-Wettbewerb teilzunehmen. Dies wiederum soll die Entwicklung des Frauenfußballs in diesen Ländern maßgeblich vorantreiben.

Darüber hinaus erwartet die FIFA, dass die erweiterte Weltmeisterschaft eine Beschleunigung der Investitionen in den Frauenfußball weltweit zur Folge haben wird. Die Aussicht auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft kann für nationale Fußballverbände und Regierungen ein starker Anreiz sein, mehr Ressourcen in die Förderung des Frauenfußballs zu investieren, da dadurch mehr Geld ins System fließt.

FIFA-Präsident Gianni Infantino selbst hat den Erfolg der jüngsten Frauen-Weltmeisterschaft 2023 als einen wichtigen Faktor für die Entscheidung hervorgehoben. Dieses Turnier, das erstmals mit 32 Teams ausgetragen wurde, habe gezeigt, dass die ursprünglichen Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsqualität unbegründet waren. Infantino betonte, dass bei der WM 2023 Teams aus allen sechs Konföderationen mindestens ein Spiel gewinnen konnten und Mannschaften aus fünf Konföderationen sogar die K.o.-Phase erreichten. Dies wertet die FIFA als klaren Beweis für die gestiegene globale Wettbewerbsfähigkeit im Frauenfußball.

Laut Infantino gehe es bei der Erweiterung nicht nur darum, 16 zusätzliche Teams am Turnier teilnehmen zu lassen, sondern vielmehr darum, den Frauenfußball im Allgemeinen weiterzuentwickeln und zu stärken.1 Die FIFA sieht die Frauen-Weltmeisterschaft als einen wichtigen Motor für das globale Wachstum und die nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs.

Die FIFA argumentiert, dass die erfolgreiche Integration von mehr Teams bei der WM 2023 (von 24 auf 32) bereits gezeigt hat, dass die Qualität nicht darunter leidet, sondern die Wettbewerbsfähigkeit sogar zugenommen hat. Ein Indiz dafür sei die Reduzierung des größten Torunterschieds von 13:0 im Jahr 2019 auf 7:0 im Jahr 2023. Dies deutet darauf hin, dass sich die Leistungsunterschiede zwischen den führenden Fußballnationen und den Entwicklungsländern im Frauenfußball möglicherweise verringern. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte die Erweiterung auf 48 Teams tatsächlich zu einem spannenderen und unvorhersehbareren Turnier führen, in dem mehr Nationen realistische Chancen auf Siege haben.

Kritik am zukünftigen Modus

Trotz der positiven Erwartungen der FIFA gibt es auch kritische Stimmen und Bedenken hinsichtlich der Aufstockung auf 48 Teams. Eine Hauptsorge ist die mögliche Verwässerung der Wettbewerbsqualität. Kritiker befürchten, dass die Aufnahme von mehr, möglicherweise weniger erfahrenen Teams zu einem Anstieg einseitiger Spiele führen könnte, da der Entwicklungsstand des Frauenfußballs in verschiedenen Regionen der Welt noch immer sehr unterschiedlich ist.

Die Sorge vor „zu vielen überforderten Teams“ und „zu vielen einseitigen Ergebnissen“ wurde bereits im Vorfeld der Erweiterung auf 32 Teams geäußert. Eingetreten ist das bei der Weltmeisterschaft 2023 allerdings nicht im befürchteten Maße, wie die oben genannten Ausführungen von FIFA-Präsident Infantino zeigen. Die FIFA nutzt diese Erfahrung nun, um die aktuellen Bedenken zu entkräften und darauf hinzuweisen, dass die WM 2023 gezeigt habe, dass auch vermeintliche Underdogs für Überraschungen sorgen können.

Dennoch erwarten einige Kommentatoren, dass es bei einer Erhöhung auf 48 Teams zu sehr hohen Siegen gegen schwächere Mannschaften kommen könnte. Das historische 13:0 der USA gegen Thailand bei der WM 2019 wird hierbei oft als Beispiel für potenziell extreme Ergebnisunterschiede angeführt.

Neben den sportlichen Bedenken gibt es auch logistische Herausforderungen für die Gastgeberländer bei einem derart großen Turnier mit mehr Spielen und teilnehmenden Ländern. Die Bereitstellung einer angemessenen Anzahl von Trainingsplätzen, Unterkünften und die Organisation des Reiseverkehrs für 48 Teams stellen erhebliche Anforderungen an die Infrastruktur und die Organisation der Gastgeber dar.

Während die FIFA die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der WM 2023 hervorhebt, sehen Experten durchaus die große Gefahr vor aufklaffenden Leistungsunterschieden zwischen den etablierten Top-Nationen und dem Rest der Frauenfußball-Welt. Kritiker befürchten eine Renaissance vieler deutlicher Niederlagen und sehen darin auch eine Gefahr für das Zuschauerinteresse, das unter mangelnder Spannung stark leiden könnte.

Was denkt ihr zu der Aufstockung der Teilnehmerzahl? Denkt ihr wie FIFA-Präsident Infantino oder teilt ihr die Sorgen der Kritiker, dass es in Zukunft wieder vermehrt stark einseitige Spiele geben wird? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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