Tag 7 im Blog-Adventskalender hier auf Tippspielcorner. Jeden Tag bis Heilig Abend gibt es einen neuen Blogbeitrag mit einer Anekdote, einem Rekord oder einem Kuriosum aus der Welt des Fußballs. Immer um 0 Uhr erscheint der neue Artikel. Hier könnt ihr alle Adventskalenderbeiträge einsehen.
Hinter dem heutigen Türchen des Tippspielcorner-Adventskalenders befindet sich wieder ein Beitrag über ein Stadion: Das Deva Stadium in Großbritannien.
Das Stadion ist Heimstätte des FC Chester, einem Sechstligisten aus England. Soweit so unspektakulär. Das Besondere in dieser Geschichte ist nicht der Verein, sondern seine Spielstätte.
Was macht das Deva Stadium besonders?
Die Besonderheit des Deva Stadiums liegt nicht in seiner Architektur oder seiner Größe. 5.400 Zuschauer finden in dem Amateurstadion Platz, davon sind 4.500 Sitzplätze. Erbaut wurde es 1992.
Es war das erste englische Fußballstadion, das die Sicherheitsempfehlungen des Taylor Reports erfüllte, der nach dem Bradford Fire von 1985 und nach der Hillsborough-Katastrophe von 1989 in Auftrag gegeben wurde.
Die englisch-walisische Grenze verläuft durch das Stadion
Die eigentliche Besonderheit ist aber die geografische Lage des Stadions. Mitten durch das Stadion verläuft die Grenze zwischen England und Wales. Diese verläuft auf der Rückseite der Haupttribüne. Obwohl sich das Spielfeld vollständig im walisischen Flintshire befindet, liegen Parkplatz, Haupteingang, Büros und die Postanschrift in England. Auch das Eingangstor des Stadions befindet sich in Chester, also in England.
Wales und England sind beide Teil von Großbritannien, also was sollte das für eine Rolle spielen außer Fragen des Nationalstolzes? Das zeigte sich im Januar 2022, als dem Club von der North Wales Police und dem Flintshire County Council rechtliche Schritte angedroht wurde, weil er die in Wales geltenden COVID-19-Vorschriften nicht angewendet und es den Menschenmengen ermöglicht hatte, an Spielen vor Ort teilzunehmen. Regeln, die in England nicht galten. Während in wallisischen Stadien Geisterspiele stattfinden mussten, durfte in England vor Publikum gespielt werden. So war der FC Chester vermutlich der einzige englische Verein, der bei Heimspielen keine Besucher einlassen durfte.
Diese Zeiten sind mittlerweile aber glücklicherweise vorbei und die Tatsache, dass die Grenze zwischen Wales und England durch das Stadion verläuft, ist wieder lediglich eine amüsante Geschichte ohne wirkliche Auswirkungen im Alltag.

