Tag 16 im Blog-Adventskalender hier auf Tippspielcorner. Heute ist der vierte Advent. Jeden Tag bis Heilig Abend gibt es einen neuen Blogbeitrag mit einer Anekdote, einem Rekord oder einem Kuriosum aus der Welt des Fußballs. Immer um 0 Uhr erscheint der neue Artikel. Hier könnt ihr alle Adventskalenderbeiträge einsehen.
Das Regelwerk im Fußball unterliegt einem stetigen Wandel. Auch nach so vielen Jahren Fußballgeschichte gibt es immer wieder Stellschrauben, an denen gedreht wird, um das Fußballspiel zu optimieren. Beispiele der jüngeren Vergangenheit wären die Einführung des VAR oder das Schaumspray des Schiedsrichters, mit dem er bei Freistößen die Position von Ball und Mauer markiert.
Anpassungen der Regeln gab es in der gesamten Zeit, aber diese Regeln mussten überhaupt erstmal entstehen. Lange gab es gar keine einheitlichen Regeln. England gilt als Mutterland des Fußballs und tatsächlich entstanden dort auch die modernen Fußballregeln, auf denen das heutige Spiel noch beruht.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde an immer mehr Privatschulen und Universitäten damit begonnen Fußball zu spielen. Um Spiele zwischen den verschiedenen Schulen veranstalten zu können, war aber ein einheitliches Regelwerk nötig, und so entstanden diese nach und nach. 1845 verfassten Schüler der Rugby School die ersten schriftlichen Fußballregeln der Moderne. Drei Jahre später, 1848, entstanden die Cambridge Rules, niedergeschrieben von Stundenten der berühmten Cambridge Universität.
Fußball und Rugby trennen sich
Einige Jahre später teilte sich die Fußballwelt in zwei Lager. Rugby und Fußball begannen sich in zwei eigenständige Sportarten zu entwickeln und eigene Verbände aufzubauen. 1863 wurde die Football Association (FA) gegründet, also der Englische Fußballverband, das Pendant zum deutschen DFB.
Viele der heute grundlegenden Regeln entstanden erst nach und nach, so auch die Einführung eines Torhüters. Erst ab 1871 verbot die FA allen Feldspielern das Handspiel. Zuvor war der im American Football noch existierende Fair Catch erlaubt. Ab diesem Jahr durfte nur noch der Torwart den Ball mit der Hand berühren, das aber noch in der kompletten eigenen Spielhälfte. Nach zwei Schritten musste er ihn aber wieder freigeben.
Diese Regeländerung sorgte für den Austritt einiger Vereine, die daraufhin die Rugby Football Union gründeten. Spätestens hier trennten sich die Wege beider Bewegungen hin zu eigenen Sportarten. Andere heute selbstverständliche Regeländerungen wurden noch vom gesamten Lager mitgetragen:
Schrittweise Einführung heutiger Regelelemente
1865 wurde die Höhe des Tores auf 2,44 Meter festgelegt, 1866 werden Eckball und Freistoß eingeführt und seit 1870 ist die Anzahl der Spieler auf elf begrenzt. Erst ein Jahr nach der Trennung (1872) wird eine einheitliche Ballgröße festgelegt. Schiedsrichter gibt es erst seit 1874, seit 1875 Halbzeitpause und Seitenwechsel. Es dauert bis 1889 bis Linienrichter den Schiedsrichter unterstützen und noch ein weiteres Jahr, bis das erste Mal Tornetze eingeführt werden.
Die ältesten deutschen Fußballregeln sind die Jenaer Regeln von 1893. Diese besagen unter anderem ein Verbot von Bewuchs, also dass das Spielfeld frei von Bäumen und Sträuchern sein muss.
Diese Aufzählung könnte noch lange fortgesetzt werden. Bei Interesse kann die Geschichte bei Wikipedia ausführlicher nachgelesen werden.
Es bleibt also spannend, wie sich die Regeln weiterentwickeln werden. Und es gibt keine Garantie, dass neu eingeführte Regeln Bestand haben. Wir erinnern uns noch gut an das Golden Goal von Oliver Bierhoff bei der Europameisterschaft 1996. 2002 wurde es nach der WM schon wieder abgeschafft…
