Tipps aus dem Versuchslabor

Bevor ein neues Medikament oder ein neues Produkt auf den Markt kommt, wird selbiges erstmal ausgiebigen Tests unterzogen. Diesen Gedanken habe ich auf das Erstellen von verschiedenen Tippstrategien bezogen. Die Idee kam mir vor wenigen Monaten, als ich in das Buch Der perfekte Tipp: Statistik des Fußballspiels von Physikprofessor Andreas Heuer (24,90 Euro, Wiley-VCH-Verlag) reingelesen habe. Das Buch wird in Zukunft mal in einem seperaten Blogbeitrag vorgestellt.
Die Fragestellung, die in meinem Kopf herumgeisterte war, ob es nicht eine einfache Tippstrategie gibt, die Erfolg verspricht und dennoch so einfach ist, dass man nicht endlos nach Statistiken schauen muss. Aus diesem Grund erstellte ich eine neue Kicktipprunde zur 1. Bundesliga, die nicht für die Allgemeinheit zugänglich ist, sondern aussschließlich aus eigenen Accounts besteht. Jeder Account mit einer eigenen, einfachen Tippstrategie, die er konsequent befolgt. Da die Vorrunde nun fast vorbei ist, lohnt es sich einen ersten Blick auf die Ergebnisse zu wagen.

Es ist kein Geheimnis, dass man durch lauter 2:1-Tipps einen Vorteil hat, weshalb es bei Kicktipp für Spielleiter ja auch die Möglichkeit gibt, solche Strategien zu unterbinden. In den meisten Tippspielen sind Strategieverbote aber nicht aktiviert und erlauben die folgenden Tippstrategien umzusetzen. Ein Faktor, der ebenfalls bekannt ist, dass Heimmannschaften einen Vorteil gegenüber Auswärtsmannschaften haben. Daraus leitete sich meine erste erprobte Tippstrategie ab, jedes Spiel konsequent 2:1 für die Heimmannschaft zu tippen. Für meine Probetipprunde habe ich die gängige 2-3-4-Punkteverteilung gewählt (in meinen Tippspielen verwende ich sonst 5-6-7). Das erleichtert es den meisten, die Ergebnisse mit den echten Tipps in anderen Tippspielen zu vergleichen. Als Vergleich ziehe ich das Tippspiel heran, in dem ich mit Kollegen meines Arbeitgebers gemeinsam mit einem kleinen Einsatz tippe. In diesem sind 24 Mitspieler angemeldet von denen die meisten dank des Einsatzes auch konsequent tippen. Bonusfragen gibt es in diesem Tippspiel auch keine, sodass sich die Ergebnisse einfach vergleichen lassen.

Nach 16 Spieltagen habe ich mit meinen normalen Tipps 175 Punkte erzielt und befinde mich auf Platz 12 in der Tipprunde, während der Erste der Rangliste 196 Punkte vorweisen kann. Hätte ich immer stur 2:1 getippt hätte ich nun 192 Punkte und wäre immerhin auf Platz 6, nur vier Punkte hinter dem Erstplatzierten, also ein Rückstand, der ggf. mit einem einzigen Spiel eingeholt werden könnte. Aber die Frage ist, wie man das System weiter optimieren kann. Naheliegende Änderung: Die Bayern gewinnen gefühlt ja eh jedes Spiel, nach dem praktizierten System würde aber auch der FC Bayern jedes zweite Spiel verlieren. Daher ändern wir das System so ab, dass nachwievor jedes Spiel 2:1 für die Heimmannschaft getippt wird, außer eben die Bayern spielen auswärts, dann tippen wir ein 1:2. Ergebnis: 201 Punkte und somit nochmal neun Punkte mehr. Im Tippspiel mit den Kollegen hätte ich nun bereits den Platz an oberster Stelle. Aber lässt sich das noch steigern? Ich ändere die Bayernergebnisse von 2:1 auf 2:0 und schaue was passiert: 204 Punkte, also noch etwas mehr, wobei der knappe Unterschied von drei Punkten noch keinen wirklichen Vorteil bedeuten muss. Hier muss erst ein längerer Zeitraum beobachtet werden. Stattdessen versuche ich eine andere Abwandlung: Immer 2:1 für die Heimmannschaft, aber immer 2:1 für Bayern München und RB Leipzig (treffen beide Teams aufeinander 2:1 für die Heimmannschaft). Damit erreichen wir 210 Punkte und somit 14 Punkte mehr als der beste Mitspieler im Tippspiel meiner Kollegen. Diese Strategie setzt natürlich voraus, dass man Leipzig trotz des Aufsteigerstatus‘ bereits vor der Saison so stark eingestuft hat.

Auch der Vergleich zu mitgliederstarken Tippspielen kann sich sehen lassen. Teilweise hätte man mit dieser Strategie den ersten oder zumindest einen der vorderen Plätze belegt. Am Ende der Saison wird es eine endgültige Auswertung geben.

Im Laufe der Saison habe ich vom Internetprojekt Kickform.de erfahren, das von Jan Drücker und Dr. Jörg Heidjann gegründet wurde. Auf der Internetseite kann man kostenlos und ohne Anmeldung Prognosen abrufen, die auf den Erkenntnissen des o.g. Buches von Professor Heuer beruhen. Nach ausreichender Zeit werde ich die Prognosen von Kickform noch in den Vergleich mit einbeziehen, die Seite vorher aber mal in einem Beitrag vorstellen.

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